Nordrhein-Westfalen

Das Landeswappen zeigt in gespaltenem Schild vorne in grünem Feld einen linksschrägen silbernen Wellenbalken, hinten im roten Feld ein springendes silbernes Ross und unten in einer eingebogenen silbernen Spitze eine rote Rose mit goldenen Butzen und goldenen Kelchblättern.

Das Wappen des Landes NRW besteht aus drei Feldern, je eines für die drei territorialen Bausteine des Landes. Es zeigt in der linken Hälfte auf grünem Feld einen silbernen Wellenbalken als Versinnbildlichung des Rheinstroms (Rheinland). Auf der rechten Hälfte in rotem Feld ein springendes silbernes Pferd (Westfalen). Unten liegt in einer eingebogenen silbernen Spitze eine fünf-blätterige rote Rose mit goldenem Butzen und fünf goldenen Kelchblättern (Lippe). Das Wappen wurde am 5.2.1948 in seiner heutigen Form eingeführt und am 10.3.1953 mit dem "Gesetz über die Landesfarben, das Landeswappen und die Landesflagge" gesetzlich verankert. Um die freie Verwendung des Wappens zu ermöglichen, dessen unbefugte Benutzung nach § 124 des Gesetzes über Ordnungswidrigkeiten vom 2.1.1975 mit Strafe bedroht ist, gab der Innenminister am 17.2.1984 durch einen Runderlass ein verändertes "NRW-Wappenzeichen" zur Verwendung durch jedermann frei. Im Schild stehen die Figuren des Landeswappens als Konturen vor den grün-weiss-roten Landesfarben.

Das rheinische Wappen geht auf die Zusammenlegung der zwei seit 1815/16 bestehenden rheinischen Provinzen zur preußischen Rheinprovinz im Jahre 1822 zurück. Der preußische König Friedrich Wilhelm III. hatte es 1817 dem Großherzogtum Niederrhein, einer der beiden Vorgängerprovinzen, verliehen. Erst 1881 jedoch wurde es zum selbstständigen Wappen der Provinz bestimmt. Es stand in der obersten Reihe des großen preußischen Staatswappens: In silbernem Feld war dem preußischen Königsadler ein grüner Schild auf die Brust gelegt, in dem ein silberner Wellenbalken verlief. Erst Jahre nach dem Sturz der preußischen Monarchie, am 22.6.1926, wurden aus dem Wappen der Rheinprovinz die monarchischen Abzeichen entfernt und in das Feld unter den neuen republikanischen Staatsadler der Fluss-Schild gesetzt, der leicht verändert von der 1945 gebildeten Nordrhein-Provinz als Hoheitszeichen benutzt wurde. Der Landschaftsverband Rheinland übernahm mit der Satzung vom 3.11.1954 wiederum das Wappenmodell aus dem Jahre 1926.

Das westfälische Wappen mit dem springenden silbernen Pferd ist spätestens seit dem 16. Jh. belegt. Über seinen Ursprung herrscht Unsicherheit. Sowohl das Wappen des Herrschergeschlechts der Welfen als auch Münzprägungen der Kölner Erzbischöfe können seine Entstehung beeinflusst haben. Ab dem 16. Jahrhundert findet man das springende Pferd als ständiges Symbol des kurkölnischen Wappens für das Herzogtum Westfalen, das zum kurkölnischen Besitz gehörte. Im Jahre 1817 wurde das springende Pferd in das neue mehrfeldrige Wappen des Königreichs Preußen als Symbol der Provinz Westfalen aufgenommen. Im Jahre 1953 übernahm der Landschaftsverband Westfalen-Lippe das Provinzwappen.

Die lippische fünfblätterige Hundsrose auf silbernem Grund stellt den ältesten Bestandteil des nordrhein-westfälischen Wappens dar. Sie ist seit dem 13. Jh. auf Siegeln und Münzen der Edelherren von Lippe bezeugt. Mit der Erhebung der lippischen Grafen in den Reichsfürstenstand 1789 wurde die Rose zum offiziellen Wappen der lippischen Fürsten und später zum Staatssymbol des Fürstentums wie des Freistaates Lippe. Auch nach dem Anschluss Lippes an NRW im Jahre 1947 blieb die Rose das Symbol für den Landesteil Lippe und wurde in das Landeswappen NRW aufgenommen.


Eine Übersicht aller vorhandenen Wappen des Landes Nordrhein-Westfalen finden Sie auf dieser Wappenübersicht.