Hessen

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Orte nach Behördenaufbau
Gemeinde Breitenbach am Herzberg

In einem im Wellenschnitt von Blau und Silber neunmal schräglinks geteiltrn Schild auf einem von Rot und Gold schräg geteilten Turm mit fünf Zinnen ein sechsstrahliger Stern in verwechselten Farben; über dem Turm eine goldene Krone mit roten und blauen Edelsteinen.

Die über die größte Ausdehnung des Schildes sich erstreckende Wellenstreifung redet für den Namen „Breitenbach“. Blau und Weiß sind die Farben des Wassers sowie des von ihm ausgehenden Glanzes oder des auf ihm sich bildenden Schaums. Ein einzelner Wellenbalken, waagerecht oder schräg, kommt bereits so oft in hessischen Gemeindewappen vor, daß es der Unterscheidbarkeit der Gemeindewappen dient, Wellenlinien nur noch in sehr begründeten Einzelfällen (wie hier bei Breitenbach) und dann in anderen, sinnvollen Anordnungen zu verwenden.

Der Turm verkörpert die Burg Herzberg, der das Dorf Breitenbach seinen Zusatznamen verdankt. Während des „Sternerkrieges“ 1372/73 zwischen großen Teilen der hessischen Ritterschaft und dem Landgrafen von Hessen war die Burg Herzberg unter ihrem Besitzer Friedrich von Herzberg ein Hauptstützpunkt der Adelsvereinigung des „Sternerbundes“ und wurde lange, wenn dann auch vergebens vom Landgrafen belagert. Dieser Ritterbund trug seinen Namen nach dem Wappenzeichen seines Anführers, des Grafen von Ziegenhain. Der sechs-zackige Stern auf dem Turm, dem gräflichen ziegenhainer Wappen entlehnt, deutet auf den Sternerbund hin und auf die Rolle der Burg Herzberg im Sternerkrieg.

Letztendlich behielt der Landgraf die Oberhand, der Sternerbund löste sich auf, und die Burg Herzberg kam in landgräflichen Besitz. Der Ausgang des Sternerkrieges und das damit verbundene Schicksal der Burg werden angedeutet durch die Anordnung der Krone, des Zeichens landgräflicher Würde und Macht, über dem Symbol der Burg. Der Zinnenturm unterstreicht in seiner gedrungenen Gestalt die Trutz- und Schutzfunktion einer großen Wehranlage und verkörpert so den noch heute erkennbaren hohen militärischen Wert der Burg Herzberg an der Wende zwischen Mittelalter und Neuzeit.

Seit 1477 ist die Familie von Dörnberg im Besitz der Burg Herzberg, zunächst durch Lehen, später durch Übereignung. Der erste Herr auf Burg Herzberg aus diesem Geschlecht war Hans von Dörnberg, der für mehr als fünf Jahrzehnte im Dienst des Landgrafen stand, davon lange als einer der höchsten Staatsbeamten. Zum Wappen der Dörnbergs gehört ein gelb und rot gespaltener Schild. Die dörnbergschen Familienfarben, ebenfalls getrennt durch eine gerade, abwärtsführende Linie, füllen die Fläche des Turms.

Fünf Zinnen trägt der Turm, fünf blau-weiße Wellenstreifen ziehen sich über die Schildfläche, fünf Zacken erheben sich auf der Krone, fünf Edelsteine zieren ihren Reif, fünf figürliche Elemente (Wellenstreifung, Turm, Schrägteilung, Stern, Krone) füllen das Schildbild: So wird in potenzierter Weise auf alle fünf in der Gemeinde Breitenbach am Herzberg zusammengeschlossenen Dörfer angespielt, auf Breitenbach, Gehau, Hatterode, Machtlos und Öberjossa.