Saarland

Gemeinde Ensdorf

Über silbernem Wellenschildfluß in Rot eine silberne heraldische Lilie, schwebend über goldenem Schlegel und goldenem Eisen in schräger Kreuzung, aus deren Schnittpunkt je ein silberner Blitz nach rechts und links ausstrahlt.

Das Ensdorfer Wappen, erstmals am 22.11.1963 an die Gemeinde verliehen, wurde erneut mit Erlangung der Selbständigkeit zum 1.Januar 1982 in einer Feierstunde der Gemeinde zugesprochen.

Das Wappen selbst zeigt heimatverbundene, auf die Menschen und die Region hinweisende Symbole ohne Schnörkel und verwirrendes Beiwerk.
Es zeigt über dem silbernen Wellenschildfluß in rotem Feld eine silberne heraldische Lilie, schwebend über goldenen Schlegel und Eisen, woraus nach links und rechts je ein silberner Blitz ausstrahlt. Die silberne Welle will andeuten, daß Ensdorf an der Saar liegt und mit ihr funktionell verbunden ist.
Da auf dem Gemeindebann als wichtigstes Industrieunternehmen die Grube DUHAMEL steht, die vielen Bürgern Ensdorfs sowohl in der Vergangenheit als auch heute Brot und Arbeit geboten hat und bietet, nimmt das bergmännische Zeichen Schlegel und Eisen im Wappenschild eine zentrale Position ein; es ist nun einmal das Gedinge der Werktätigen.
Daß es in Gold erscheint, soll noch einmal in der farblichen Betonung die wirtschaftliche Bedeutung des Bergbaues für Ensdorf unterstreichen.
Heute gilt die Grube DUHAMEL als leistungsfähigste Grube Europas und hat den Namen der Gemeinde Ensdorf dadurch weltweit bekannt gemacht.
Die Blitze stellen den Bezug der Gemeinde zu dem VSE- Kraftwerk Ensdorf dar.
Die silberne Lilie im Wappen ist ein Mariensymbol und deutet darauf hin, daß Ensdorf bis 1581 zum Kloster Wadgassen gehörte, dessen Kirche der Muttergottes geweiht war. Da der Ort nach 1581 zum Herzogtum Lothringen gehörte, erscheint im Wappen Silber, Rot und Gold als Wappen der Herzöge von Lothringen.
Bemerkenswert ist die Tatsache, daß Ensdorf selbst ein Marienpatrozinium ist und daher die silberne Lilie im Wappen in doppelter Hinsicht als Symbol der IMMAKULATA gilt.
Bei der Wappenverleihung am 22.11.1963 wurde Ensdorf das Recht zuerkannt, die Farben ROT-WEISS als Gemeindefarben zu führen.
So stellt sich das Ensdorfer Wappen dem Betrachter als ein zwar einfaches, aber doch aussagekräftiges Symbol dar.

Bei der Übergabe der Urkunde an Bürgermeister Alfons Schorr führte Innenminister Dr. Wicklmayr unter anderem aus, daß die Verleihung des Wappens ein Symbol für eine glück-hafte Entwicklung der wieder selbständigen Gemeinde Ensdorf sein soll. Die Frage, ob es noch zeitgemäß sei, Wappen zu verleihen, müsse bejaht werden. Die Verleihung von Wappen, die kommunale Geschichte symbolisierten, seien heute notwendiger denn je, da der Gemeinsinn zusehends schwinde.

Man dürfe die heutige Entwicklung nicht einfach laufen lassen, sondern müsse Anstrengungen unternehmen, um das Interesse des Bürgers an seiner Gemeinde und die Bereitschaft, ehrenamtliche Pflichten zu übernehmen, neu zu wecken.

Vor allem der Jugend müsse klar gemacht werden, daß die Teilnahme am Gemeinschaftsleben notwendig sei und altes Brauchtum gepflegt werden müsse.

Die Bürger Ensdorfs sind stolz auf ihr Wappen, da mit dessen Verleihung eine Ära der Un-selbständigkeit und wechselhaften Zugehörigkeiten auf kommunaler Ebene ein Ende gefunden haben.

Die Verleihungsurkunde hat ihren Platz im Dienstzimmer des Bürgermeisters.